02.01.2000

tibet aktuell

Winterfreuden und Kampfeslust auf der Yak Alp Januar 2000

Winterfreuden und Kampfeslust auf der Yak Alp
da. In der einen Woche blühen Schneeblumen innen an den Fenstern, und in der anderen kann man mit dem T-Shirt in der Sonne baden. Der Schnee liegt nicht hoch, sodass ihn die Yaks wegscharren können, um an das spärliche Gras zu gelangen. Eigentlich eine Beschreibung, die auf Tibet zutrifft, doch die Schilderung ist von Dani Wismer von der Yak-Alp Roti Flüo im Wallis aus den Novembertagen. Mit der stillen Jahreszeit ist auch das Leben auf der Alp ruhiger geworden. Ringgyal, der tibetische Nomadenhund, erfreut sich am Schnee, indem er sich auf den Rücken legt, um den Schneehang hinunterzuschlitteln. Die Yaks sind zufrieden bis auf den Muni Dawa, der die Leittiere zum Kampf herausfordert. Dawa hat den Ehrgeiz, die Chefposition in der Yakherde erringen zu wollen, und es sieht ganz so aus, als ob ihm das eines nicht allzu fernen Tages gelingen könnte.

Ein Versuch, der Dani eine wesentliche Arbeitserleichterung verschaffen könnte, erwies sich als vielver- sprechend: Ein Treibhund, der zu Besuch war, versuchte sich als YakTreiber. Wie zu erwärten war, hatten die Yaks keinerlei Respekt vor dem Hund und senkten nur die Hörner. Doch der Hund kannte seine Aufgabe, liess sich nicht einschüchtern und schaffte es tatsächlich, die Yaks in eine Richtung zu lenken. Wer weiss, wie durchtrieben die Yaks sind, kann diese Leistung nicht hoch genug einschätzen. So wird Dani nächstes Jahr einmal einen Schäfer mit einem Border-Collie einladen, um dieses Experiment zu vertiefen. Warum Ringgyal diese Arbeit nicht übernimmt? Yaks treiben gehört nicht zu den Aufgaben eines Nomadenhundes, denn er ist schliesslich der Wachhund. Und das ist eine Aufgabe, die nicht nur verantwortungsvoll ist, sondern auch voll auslastet. Zudem hat der stolze Ringgyal einen tiefen Respekt vor den Yaks. Nun hat der Yak-Bauer auch einmal Zeit für einen Besuch im Unterland. Kürzlich holte er in Winterthur den 3. Preis des UFA- Innovations- wettbewerbs (Tierfutterfirma) ab, und im Februar/März wird er voraussichtlich nach Nepal reisen, um seinen Sherpa-Freund Jigme zu besuchen, der im Sommer bei ihm arbeitete. Der Betrieb auf der YakAlp wird von einem Bauern aus dem Zürcher Unterland aufrechterhalten. Dani, auch so schon um neue Ideen kaum verlegen, wird wahrscheinlich voller Inspirationen aus der Everest-Region zurückkehren.

Auch im Winter können Sie die Alp individuell besuchen und in einem restaurierten Haus mit modernem Komfort übernachten. Für Ausflüge bieten sich das mondäne Zermatt und Grächen an. Doch abends wird man gerne von den betriebsamen Touristenorten auf die ruhige Alp zurückkehren. Eine telefonische Anmeldung bei Daniel Wismer ist empfehlenswert Tel. 027 952 14 22.