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Erfolgreicher Kreuzungsversuch
E m b d. In der Nacht auf Mittwoch erblickte es das Licht der Welt: Das
weltweit erste «Yakinger». Es ist das Kreuzungsresultat eines
tibetischen Yaks mit einer Walliser Eringerkuh. Abgespielt hat sich die
sen- sationelle Geburt oberhalb Embd, auf der Yakfarm von Daniel Wismer.
Der ganze Versuch wurde im Oktober letzten Jahres gestartet. Die Kreuzung
eines Yakbullen und einer Eringerkuh schwebte Daniel Wismer schon lange
als Idee vor. Ähnliche Yakmischlinge, allerdings von Schweizer Milchkühen,
sind bereits bekannt. Die Motivation für das ungewöhnliche Projekt
sieht Daniel Wismer einerseits in der persönlichen Neu- gierde, andererseits
auch in der Werbung für seine Yak- farm.
ETH Zürich zeigt reges Interesse

Bevor die Kreuzung vorgenommen wurde, bearbeitete ein Team der ETH Zürich
das Vorhaben. Dem Versuch wurde grundsätzlich zugestimmt, auch wenn
Bedenken über ein möglicherweise aggressives Verhalten des Tieres
geäussert wurden. Die ETH Zürich wird das Projekt weiter verfolgen.
Die Charaktereigenschaften werden allerdings erst nach einer gewissen
Zeit zum Vorschein kommen.
Als Muttertier wurde absichtlich die Eringerkuh gewählt. Für
ein weibliches Yak wäre das Kalb wohl zu gross gewesen. Die Geburt
lief völlig natürlich und ohne Zwischen- fälle ab. «Eine
Geburt wie aus dem Bilderbuch», beschreibt der überglückliche
Daniel Wismer das Erlebte
Verhaltensentwicklung ist abzuwarten
Im Moment macht das junge «Yakinger» noch einen lieblichen
Eindruck. Gierig saugt es an den Zitzen seiner Mutter. Ein beeindruckendes
Bild. Welche Eigenschaften es von den Yaks und welche von den Eringerkühen
in sich trägt, ist noch schwer zu sagen. «Den schwarzen Schwanz
hat es klar vom Vater, die Laute, die es von sich gibt, sind die einer
Kuh», beurteilt Daniel Wismer das Neugeborene.
Noch unsicher ist, ob das «Yakinger» auch fruchtbar ist. Bei
solchen Kreuzungen ist dies selten der Fall. Sollte sich der Erstling
aber positiv entwickeln, wird es nicht bei der einen Aktion bleiben, versichert
Daniel Wismer
Bereicherung für die Yakfarm in Embd
Die Attraktion «Yakinger» soll nun möglichst viele Neugierige
zu «Yak Tsang Ling» locken. Hier, eine halbe Stunde oberhalb
von Embd, hält Daniel Wismer mit zwei Gehilfen 46 Yaks. Ein Yak ist
ein langhaariges Hausrind, das vor allem in den tibetischen und angrenzenden
Hochländern beheimatet ist. Wild lebende Yaks gibt es kaum mehr.
Mit seinen tibetischen Yaks hat sich Daniel Wismer vor sechs Jahren in
Embd niedergelassen. Inzwischen hat er die drei Häuser auf der «Roti
Flüe», wie der Weiler von den Einheimischen genannt wird, umgebaut.
Hier empfängt er regelmässig Touristen und Interessierte aus
aller Welt. Organisiert werden auch Yak-Trekking- Touren in der Augstbordregion.
Der ehemalige Forstwart und Weltenbummler lebt mit seinen Tieren das ganze
Jahr über auf seiner Farm. Die Yaks ertragen Temperaturen bis zu
minus 20 Grad, womit auch der frostige Winter für sie kein Problem
darstellt.
Wie das «Yakinger» sich bis zu seinem ersten Winter entwickelt,
bleibt abzuwarten.
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