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Tibet ? Nein, Wallis!
Erstes Yaks-Trekking ausserhalb des Himalajas geglückt
Drei Yaks, die tibetischen Hochlandrinder, erreichten Mitte August den
Augstbordpass auf 2894 m.ü.M. zwischen Vispertal und Turtmanntal.
Der langjährige Traum von Dani Wismer, dem Yaks-Züchter aus
Embd, dem steilsten Bergdorf im Wallis, ging nach vierjähriger Arbeit
in Erfüllung. Somit steht den ersten Gästen für ein Yaks-Trekking
ausserhalb des Himalajas über einen Teil der Haute Route von Chamonix
nach Zermatt nichts mehr im Wege.
Seit zwei Monaten trainiert der 27jährige Sherpa Jimmy Kalden aus
Namche Bazar, dem letzten Dorf unter dem Mt.Everest, die Tiere des Zuger
Yaks-Bauern Dani Wismer in Embd. Die exotischen Langhaarkühe sehen
sehr friedlich aus, können aber störrisch wie Esel sein oder
mit aller Kraft Reissaus nehmen. Ihre Hörner können dann zu
gefährlichen Waffen werden.Obwohl Wismer schon mehrere Zuchterfolge
mit seinen zwanzig Yaks aus europäischen Zoos aufweisen konnte, hat
er für die heikle Aufgabe des Abrichtens und Bereitens den Nepal-Bauern
angeheuert.
Dies macht sich schon in der ersten Stunde des Aufstiegs bezahlt. Der
Bulle, Anführer der dreiköpfigen Herde, kommt in eine Haarnadelkurve
und reisst aus, die beiden anderen Tiere hintennach bis zur Seilbahnstation
hinunter, wo sie der Sherpa einholt. Dafür gönnt sich Sherpa
Jimmy nachher einen Ritt auf dem Rücken der Lasttiere. Er pfeift
dazu seinen "Yaks-Song", ein karges Lied, so karg wie der steinige
letzte Abschnitt des Passübergangs, der früher als Säumerweg
zwischen Sitten und Zermatt und Theodulpass nach Italien vielbegangen
war. Sonst treibt der Sherpa die langhörnigen Tiere mit Lauten und
Drohgebärden hinauf.
Aufstieg zum Augstbordpass in vier Stunden
Die drei Yaks schaffen den Aufstieg von Embd (1600 m, an der Strasse nach
Zermatt) hinauf auf den Augstbordpass in knapp vier Stunden. Die Tiere
sind sich die extreme Sommerhitze auf fast 3000 m.ü.M. nicht gewohnt
und geniessen das angenehme Lüftchen, das vom Turtmanntal heraufbläst
und die Passhöhe "streichelt". Bergab halten die Tiere
nur noch an den glasklaren Bächen des Augstbordtales, sonst wäre
der Abstieg nach Embd in zwei Stunden kaum möglich.
Die Freiluftbahn, eine alte Seilbahn zwischen Holzkabine und Sesselbahn,
bringt die Gäste wieder heil von der Alp Schalb nach Embd und von
dort mit der Seilbahn nach Kalpetran zum Bahnhof der BVZ-Zermatt-Bahn.
Dani Wismer trainiert noch mehr Bullen, damit er die Transportstrecke
Embd-Augstbordpass-Gruben im Turtmanntal an einem Tag hinüber und
anderntags retour schafft. Wismer ist somit der erste Anbieter für
Hochgebirgstouren mit Yaks. Weitere Anbieter werden in den nächsten
Jahren folgen. Bereits haben mehrere Trekking-Freunde Interesse an den
jungen Yaks aus Wismers Zucht gezeigt, so unter anderem auch Reinhold
Messner. Nicht spurlos ist die Tibet-Welle an den Medien vorübergegangen.
Bei Wismers Schlafsackidylle auf 1600 m wechseln sich inzwischen die wichtigsten
deutschsprachigen Fernsehstationen ab.
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Am Ziel seiner Trekking-Träume: Dani Wismer zusammen mit seinem
Sherpa Jimmy Kalden und den drei Yaks auf dem 2894 m hohen Augstbordpass.
Premiere ausserhalb des Himalajas: Yaks-Trekking auf den Augstbordpass
(2894 m ü. M.) zwischen Turtmanntal und Vispertal im Wallis
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