Yak-Trekking im Wallis

Blick: 24.07.2000

VON VERENA ZÜRCHER

EMBD VS ­ Trittsicher und mit feinem Gespür begleitet Bergbauer Dani Wismer (35) mit seinen gepäckbeladenen Yaks, einem Sherpa aus dem Tibet und einem Walliser Bergler naturverbundene Gäste durch die Alpen. Das ist Yak-Trekking. Eine Verschmelzung von bäuerlicher Innovation, Walliser Tradition und fremdem Kulturgut.


Ein atemberaubendes Panorama, duftendes Wildheu, trotzige Lärchen, knorrige Wurzelstöcke, kantige Felsen und Gesteinsbrocken: Inmitten dieser wilden Schönheit weiden 46 Yaks. Zotteliges, dunkles, helles oder geschecktes Rindvieh, dessen ursprüngliche Heimat der Himalaja ist.

Weiter oben, auf 1650 Metern über Meer, kleben sonnenverbrannte, von Wind und Wetter zerfurchte Häuschen und Stadel am felsigen Bord. Tibetische Gebetsfahnen flattern im Wind. Gegacker von allerlei Geflügel vermischt sich mit dem Geläut asiatischer Glocken und Schellen.

Die «Roti Flüo» oder «Yak Tsang Ling» ist ein Kleinod. Sie ist der Ausgangspunkt zum Hochgebirgs-Yak-Trekking ­ und die Heimat von Dani Wismer: ein Zugewanderter, einst Weltenbummler aus der Innerschweiz. Auf seiner Weltreise hat er in Tibet eine Lebensweise entdeckt, die ihm behagt: «Ach, wie wurde ich von allen Seiten belächelt, als ich das Walliser Heimetli erwarb und Yaks zu züchten begann», erzählt der helle Kopf, der noch tausend pfiffige Ideen auf Lager hat.

Mittlerweile hat er gezeigt, dass es ihm ernst ist: Aus dem 1,7 Hektaren grossen Flecken ist in sechs Jahren ein Weidegut von 30 ha geworden. Die Herde ist auf 50 Köpfe angewachsen. Ein Teil der lotterigen Liegenschaft ist zum modernen, gemütlichen Gästehaus umgebaut worden. Ein Ort, wo sich alle, die «Yak Tsang Ling» besuchen, wohl fühlen ­ auch bei schlechtem Wetter.
Wismer hat noch einiges vor: Die schönen Gebirgs-Touren, die Nächte im tibetischen Zelt und das währschafte Essen sind erst der Anfang. Ein Tibet-Lehrpfad und ein Yak-Museum sind in Planung. «Bei allem, was ich tue, achte ich darauf, dass ich das Dorf, die Region, mit einbeziehe», betont Dani Wismer.
Er weiss nur zu gut, wie schwer es ist, sich in den Bergen als Einzelkämpfer zu behaupten. Das ist im Wallis nicht anders als im fernen Tibet. Spätestens im Winter spürt der Yak-Züchter dies besonders gut. Dann sind er und seine genügsamen Tiere einzig damit beschäftigt, den Schneemengen zu trotzen.

Yak-Trekking:
Anmeldung/Reservation (nötig für Trekking & Massenlager) und ausführliche Infos bei Daniel Wismer, «Yak Tsang Ling ­ Roti Flüo», 3926 Embd VS,
Tel./Fax: 027/952 14 22.
E-Mail: info@yaks.ch

Kosten:
2-Tage-Trekking inkl. Verpflegung und Unterkunft in tibetischem Zelt:
Fr. 190.- (Kinder 130.-).
Übernachtung im Gästehaus «Roti Flüo» (Massenlager) ab Fr. 20.-
Frühstück ab Fr. 5.-
Hauptmahlzeiten ab Fr. 15.-


Ein Erlebins in der freien Natur: Die von Daniel Wismer geführten Yaks sind auch in schwierigem Gelände absolut trittsicher.

Tibetische Gebetsfahnen und gackernde Hühner vor dem Heimetli "Roti Flüo".

Mit 28 Jahren ist Shila das älteste Yak in Daniel Wismers Herde.